Uruk Visualisierungsprojekt: Das Riemchengebäude
About the project

Uruk/Warka, im heutigen Irak, ist eine der ersten urbanen Siedlungen der Welt und war über annähernd fünf Jahrtausende kontinuierlich besiedelt, vom 4. Jt. v. Chr. bis zum 1. Jt. n. Chr. Der Ort ist unter anderem für die Entwicklung der Keilschrift zur sogenannten späten Uruk-Zeit, am Ende des 4. Jt. v. Chr. bekannt. Eine der Bauschichten dieser Periode des Untersuchungsareals 6 wies ein nach seiner Ziegelart benanntes Gebäude von besonderem Interesse auf: Das Riemchengebäude.

Im Rahmen des TOPOI-Projektes „XXL – Monumentalized Knowledge. Extra-Large Projects in Ancient Civilizations„ haben wir in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut Berlin das Riemchengebäude rekonstruiert. Das Gebäude war ca. 20 x 18 m groß und lag innerhalb der Baugrube, schaute also nur wenig aus der Erde hervor. Es wird davon ausgegangen, dass das Bauwerk nur über einen Zugang im Dach mit Hilfe einer Leiter betreten werden konnte. Ob sich auf dem Flachdach des Gebäudes noch ein Aufbau befand, ist nicht gesichert.

Das Gebäude zeichnet sich dadurch aus, das innerhalb der Gänge eine große Anzahl von Gebrauchsgegenständen entdeckt wurden. Die Funktion des Gebäudes ist noch umstritten, es könnte sich allerdings um einen Grabbau gehandelt haben. Als das Riemchengebäude errichtet wurde, war das frühere Steinstiftgebäude bereits abgerissen. Es fanden sich jedoch Reste des Steinstiftgebäudes in der Fundamentplatte des Riemchengebäudes.

Zu einem gewissen Zeitpunkt muss – zumindest im zentralen Bereich des Gebäudes – ein Feuer gewütet haben. Ob es sich dabei um eine absichtliche Handlung während der Nutzung des Gebäudes oder um eine Zerstörung eines jüngeren Stadiums handelt, ist nicht klar.

Literature
Eichmann, R. 2007: Uruk. Architektur I. Von den Anfängen bis zur frühdynastischen Zeit (=AUWE 14), Textteil und Beilagen, Rahden.

Project
3D-Visualisierung, wissenschaftliche Rekonstruktion, Info-Grafiken
Client
Prof. Dr. Ricardo Eichmann, Orient-Abteilung, Deutsches Archäologisches Institut (DAI), Berlin
Status
2016 fertig gestellt
Brand im zentralen Raum des Gebäudes.
Zustand nach dem Einsturz des Daches. Brandspuren sind im zentralen Raum zu sehen.