Uruk Visualisierungsprojekt: Die seleukidische Periode
About the project

Uruk/Warka, im heutigen Irak, ist eine der ersten urbanen Siedlungen der Welt und war über annähernd fünf Jahrtausende kontinuierlich besiedelt, vom 4. Jt. v. Chr. bis zum 1. Jt. n. Chr.

Während der seleukidischen Zeit (3. – 2. Jh. v. Chr.) war Uruk ein bedeutendes religiöses Zentrum und verfügte über mehrere monumentale Sakralanlagen: das dem Götterpaar Anu und Antum gewidmete Bit Resch mit angegliederter Zikkurat, das Irigal, Residenz der Göttin Ischtar, das Neujahrsfesthaus Bit Akitu, die Eanna Zikkurat und den Karaindasch-Tempel.

Im Rahmen des Uruk-Visualisierungs-Projektes haben wir in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut Berlin diese Sakralanlagen wissenschaftlich rekonstruiert und visualisiert.

Im Zuge des Rekonstruktionsprozesses erarbeiteten wir für einige der Gebäude mehrere Variantenlösungen auf der Grundlage des archäologischen Materials, um offene Fragestellungen im Befund direkt am Modell überprüfen zu können. So wurden für den fraglichen Übergang vom Bit Resch zur dahinter liegenden Anu Zikkurat zwei unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten diskutiert und anhand des Modells ausgearbeitet. Auch die Anzahl der Terrassen der Eanna Zikkurat war Gegenstand der Diskussion und wurde in zwei Varianten ausgearbeitet.

Die Ergebnisse unserer Arbeit waren 2013/14 im Rahmen einer großen Ausstellung über Uruk (‚Uruk – 5000 Jahre Megacity‘) im Pergamon-Museum in Berlin und im LWL-Museum für Archäologie in Herne zu sehen.

Literature
Kose, A. 1998: Uruk Architektur IV. Von der Seleukiden- bis zur Sasanidenzeit, AUWE 17, Mainz.

Kose, A. 2013: Himmelsgott, König, Tempelgemeinde - Die Nachblüte der altorientalischen Stadt Uruk in der Seleukidenzeit, in: Crüsemann, N. et al. (Eds.), Uruk - 5000 Jahre Megacity. Ausstellungskatalog, Petersberg, 321-329.

Kose, A. 2013: Das seleukidische Resch-Heiligtum, in: Crüsemann, N. et al. (Eds.), Uruk - 5000 Jahre Megacity. Ausstellungskatalog, Petersberg, 333-339.

Miglus, P.A. 1993: Architektur der Festhäuser in Assur und Uruk sowie des Assur-Tempels in Kar-Tukulti-Ninurta, in: BaM 24, 193-216.

Project
3D-Visualisierung, wissenschaftliche Rekonstruktion, Infografiken
Client
Dr. Margarete van Ess, Orient-Abteilung, Deutsches Archäologisches Institut (DAI), Berlin
Status
2010 fertig gestellt
Überblick über die großen Sakralanlagen des Bit Resch mit angegliederter Anu-Zikkurat und das Irigal. Die zentralen Heiligtümer sind nach altorientalischem Brauch weiß getüncht.
Das Video zeigt als Detail des Bit Resch den sog. Anu-Antum-Tempel. Das Video wurde für die Ausstellung "Uruk - 5.000 Jahre Megacity" konzipiert und weist daher keinerlei Ton auf.
Versuchsweise Rekonstruktion des Bit Resch innerhalb eines umgebenden Palmenhaines. Foto-Vorlage von Paul Engler.