Uruk Visualisierungsprojekt: Gebäude E
About the project

Uruk/Warka, im heutigen Irak, ist eine der ersten urbanen Siedlungen der Welt und war über annähernd fünf Jahrtausende kontinuierlich besiedelt, vom 4. Jt. v. Chr. bis zum 1. Jt. n. Chr. Der Ort ist unter anderem für die Entwicklung der Keilschrift zur sogenannten späten Uruk-Zeit, am Ende des 4. Jt. v. Chr. bekannt. Eine der Bauschichten dieser Periode des Untersuchungsareals 5 im zentralen Bereich Uruks trägt die Nummer 11, welche hauptsächlich durch zwei Gebäude gekennzeichnet ist.

Im Rahmen des TOPOI-Projektes „XXL – Monumentalized Knowledge. Extra-Large Projects in Ancient Civilizations„ haben wir in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut Berlin das Gebäude E rekonstruiert. Das nahezu quadratische Gebäude misst in etwa 57 x 57m. Es ist zwar nicht mehr ganz erhalten, der Grundriss konnte aber mit Hilfe von Symmetrie-Überlegungen rekonstruiert werden. Das Gebäude war dort wo es noch erhalten war, teilweise bis zu zwei Ziegellagen hoch. Es bestand aus vier Raumtrakten, die einen quadratisch geplanten Hof umschlossen und war Außen und im zentralen Hof durch starke Pfeiler-Nischen Gliederung bestimmt.

In einer Ecke des Gebäudes wurde ein Becken unbekannter Funktion entdeckt. In diesem Becken fanden sich eine Reihe von Krugverschlüssen und ein eingezogener Kalksteinboden weist darauf hin, dass das Becken zu einem früheren Zeitpunkt noch tiefer war. Es ist unwahrscheinlich, dass es sich um ein Wasserbecken handelte, da die Lehm- und Kalksteinziegel nicht in Asphalt verlegt worden sind.

Gebäude E trug einen hellen ockerfarbenen Gelbton  auf den Außen- und Innenwänden und setzt sich damit von den meisten anderen Gebäuden in Uruk stark ab. Nicht klar ist, ob die zentralen Mittelsäle im Gebäude mit einer erhöhten Dachkonstruktion ausgestattet waren. Die Feuerstellen in diesen Räumen weisen aber darauf hin, da somit eine bessere Belüftung gewährleistet worden wäre.

Literature
Eichmann, R. 2007: Uruk. Architektur I. Von den Anfängen bis zur frühdynastischen Zeit (=AUWE 14), Textteil und Beilagen, Rahden.

Project
3D-Visualisierung, wissenschaftliche Rekonstruktion, Info-Grafiken
Client
Prof. Dr. Ricardo Eichmann, Orient-Abteilung, Deutsches Archäologisches Institut (DAI), Berlin
Status
2014 fertig gestellt
Übersicht über Gebäude E aus Süden. Variante 2 weist erhöhte Mittelsäle auf, um die mit Feuerstellen ausgestatteten Säle besser belüften zu können.
Detailansicht einer Gebäudeecke des Gebäude E. Der ockerfarbene Gelbton wurde auf den Innen- und Außenwänden des Gebäudes aufgetragen. Die Nischen in den Gebäudeecken sind besonders aufwendig.
Detailansicht des Beckens in Raum 1 des Gebäude E. Zu sehen ist die Lehmziegelverkleidung sowie der Kalksteinboden. Die Funktion des Beckens ist unklar.